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Bunter Mix aus Düsseldorf
Mit mehr als 2.000 ausgestellten Fahrzeugen präsentierte sich der Caravan Salon in Düsseldorf von seiner besten Seite. Noch nie war die Vielfalt so groß. Wir zeigen, was Sie zur Saison 2009 erwartet

Text: Kai Schwarten-Aepler
Fotos: Andreas Aepler
 
  Der Trend, der sich bei den Reisemobilen abzeichnet, sind Fahrzeuge mit fest stehenden Doppelbetten, die mittig im Heck platziert und somit von drei Seiten erreichbar sind. Meist liegt darunter eine Heckgarage, die zusätzlichen Stauraum für sperriges Zubehör bietet. Auch beim Möbelbau gehen die Hersteller neue Wege und bieten zumindest alternativ für den Küchenbereich helle Möbelklappen für die Schränke an. Die Hersteller tragen aber auch dem Wunsch der Kunden nach kleinen, kompakten Fahrzeugen Rechnung. So findet man eine Vielzahl von neu konzipierten Kastenwagen unter sechs Metern Länge, die sowohl alltagstauglich sind als auch annähernd den gleichen Wohnkomfort wie ein größeres Reisemobil bieten.

In den Wohnwagen der Saison 2009 sorgen elektromechanische Stabilitätseinrichtungen, die als Serienausstattung oder Zubehör verfügbar sind, für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Pendelbewegungen des Anhängers werden bereits im Ansatz unterdrückt und der Caravan wird auch in seltenen Notsituationen stabil in der Spur gehalten. Im Fahrzeuginneren sagt man dem dunklen Mobiliar mehr und mehr „Adieu” und tauscht es gegen Möbel im skandinavisch hellen Stil ein – oder bietet zumindest als optischen Kontrast helle Klappen zum dunklen Möbelkorpus. Wie etwa Tabbert in seinem neuen Wohnwagen mit dem klangvollen Namen Paganini, der jetzt unter der Bezeichnung 540 E (36.900,- Euro) auch als Monoachser angeboten wird. Passend zu seinen größeren Brüdern bietet er Einzelbetten im Bug, eine große Rundsitzgruppe hinten sowie einen mittigen Funktionsbereich mit Küche und Sanitärraum. Hier folgt Tabbert dann auch dem aktuellen Trend und bietet weiße Klappen und Auszüge zum dunklen Möbelkorpus.

Der Innenraum präsentiert sich mit edlen Details und funktionaler Perfektion. So sind die hochwertigen Möbelklappen im Mahagoni-Echtholzfurnier gehalten und mit Edelstahladern versehen. Bei der Beleuchtung setzt Tabbert im Paganini auf indirektes Licht in den umlaufenden Geckenfeldern und LED-Spots sowie modische Leseleuchten in Sitzgruppe und Schlafzimmer. Zu den Anbietern von Kastenwagen zählt natürlich auch der Multiseller und Branchenriese Hymer. Sein Car 312 (32.800,- Euro) misst in der Länge gerade mal 5,41 Meter, bietet dennoch neben einem Doppelbett im Heck einen kompakten Sanitärbereich sowie eine funktionelle kleine Küchenzeile.

Clever gelöst ist das Tischproblem auf dem engen Raum: Aus dem Schrank hinter dem Fahrersitz wird eine Platte herausgezogen, an der dann auf Fahrer- und Beifahrersitz gesessen wird. Ein wenig größer (5,95 Meter) und teurer (39.500,- Euro) schickt Eura Mobil seinen Quixta 580 LB aus der gleiche Kategorie ins Rennen. Mittig und im Heck zeigt er sich mit gleichem Aufbau wie der Hymer Car, allein vorn unterscheidet er sich durch insgesamt vier Sitzplätze an einem stabilen, mittig platzierten Tisch. Spitzenreiter unter den verkauften Reisemobilen sind die sportlichen Teilintegrierten. Dazu soll in Zukunft auch der WestVan von Westfalia (55.800,- Euro) auf Ford Transit-Basis gehören, der sich durch einen völlig neuartigen, variablen Grundriss auszeichnet. Möglich macht dies ein neu entwickeltes Bett im Heck. In Sekundenschnelle wird hier aus einem Einzelbett ein Doppelbett für zwei Personen mit den Maßen von zwei mal 1,60 Metern. Dank eines neu entwickelten Systems gleitet das Bettgestell ohne jeglichen Kraftaufwand in die richtige Position.

Nicht die wahren Renner unter den verkauften Reisemobilen sind die so genannten „Dickschiffe“, dafür aber die absoluten „Hingucker“ auf allen Messen. So auch in Düsseldorf, wo in Halle 14 ein Prachtstück neben dem anderen zu sehen war. Der Preishit war ein Modell auf Busfahrgestell von Volkner, das exklusiv für einen namentlich nicht erwähnten Künstler gebaut wurde und für 1,7 Millionen Euro an den Kunden geht. Nicht inbegriffen im Preis ist der Wiesmann Roadster, der noch einmal 400.000,- Euro kostet und während der Fahrt in einer Unterflur-Garage in Fahrzeugmitte transportiert wird.
Übrigens: Den erforderlichen Führerschein für sein neues „Spielzeug“ hat der zukünftige Eigner in einem Schnellkurs von nur drei Wochen erworben.
Ebenfalls einen ganz speziellen Kundenwunsch hatte Vario mobil zu erfüllen: Neben der Garage für den Mini im Modell Perfect 950 musste noch ein Anhänger im gleichen Look und in gleicher Höhe wie das Reisemobil gebaut werden.

Der Grund:
Im Anhänger findet der kleine Sporthubschrauber seinen Platz, den der Geschäftsmann für seine kurzen beruflichen Engagements während des Urlaubs benötigt. Der Preis für das exotische Gespann lag bei knapp 700.000,- Euro. Neben Carthago, Phoenix und Concorde, allesamt Hersteller von so genannten Traummobilen, bot auch Niesmann+Bischoff in seinem völlig neu konzipierten Modell Flair 8000 (142.900,- Euro) eine passende Heckgarage, in die zumindest noch ein Smart Cabrio für die kleinen Spritztouren unterwegs passt. Als eine Mischung aus Transporter und Wohnkabine hat Knaus seinen neuen YAT (Young Activity Trailer) Light konzipiert. Neben zahlreichen Befestigungselementen zum Transport schwerer Lasten (wie Motorräder), praktischen Transporthilfen wie Auffahrrampe und Fahrradträger bietet der YAT Light die typische Sitz-Garnitur aus Klappbänken und Klapptisch. Damit ist auch der Wohn- und Schlafkomfort gesichert.




 
 
 
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